Sascha Lobo, einer der bekanntesten Blogger Deutschlands und Aushängeschild der Internetgeneration Web 2.0, ist der Protagonist in dem für Arte produzierten Dokumentarfilms „Der LOBOist – Eine Politsafari mit Sascha Lobo“. Dieser Film ist aus dem Jahr 2009, gemacht hat ihn Annika Seiffert. In dem Film versucht sich Sascha Lobo in das kaum durchzudringende Dickicht aus Macht, Lobbyismus, Public Affairs Agenturen und Denkfabriken, die modernerweise auch Think Tanks genannt werden, in der Sphäre des politischen Berlins. Lobo ist aber nicht nur ausgezogen, um Licht in das Dunkel der vielschichtigen Beziehungen zwischen Politikern und Lobbyisten zu bringen, sondern versucht sich dabei auch selbst als Lobbyist in eigener Sache und stellt so nebenbei den Lifestyles der sogenannten Digitalen Bohème dar.
Ein Film über den Lobbyismus, die Digitale Bohème und Sascha Lobo
Das I-Phone klingelt, als modernes Wecker-Substitut. Sascha Lobe erhebt sich aus seinem Bett, beendet mit einem knappen Fingerbewegung auf dem Display den Alarmton, steht auf, ist unter der Decke bereits angezogen, wie gewohnt Anzug, Hemd, keine Krawatte. Er geht zum Fenster und reißt die Vorhänge zur Seite. Draußen ist es taghell. Lobo dreht sich zum Zuschauer und sagt: „Vierzehn Uhr dreißig. Der Tag der Digitalen Bohème beginnt.“ So beginnt der Trailer zu „Der LOBOist – Eine Politsafari mit Sascha Lobo“. Und sogleich wird klar worum es vor allem geht, abgesehen von Lobbyismus und Interessensvertretern in den Fluren, Restaurants und Konferenzräumen Berlins. Es geht um die Digitale Bohème. Aber vor allem geht es um – Sascha Lobo. Er sprüht sein Markenzeichen, die rote Irokesenfrisur, ein und macht sich auf den Weg durch den neuen Tag und durch diesen Film. Er stellt dem Zuschauer vor, wie er und andere, die sich einen Großteil ihres Lebens im Internet aufhalten, in Cafés ihrem Tagwerk nachgehen, immer online, immer Sender und Empfänger. Er lässt auch gleich seine Forderungen an jene, die das Sagen haben, durchblicken. Internet für alle! Kabel- und kostenlos! Sascha Lobo versucht sich als Lobbyist in eigener Sache. Lobo lässt sich beraten von Profis, PR-Experten und Lobbyisten. Er betritt die Grauzone des Lobbyismus in Berlin, macht sich auf die Suche und seine eigenen Forderungen publik. Im Bundestag oder dem Institut der Deutschen Wirtschaft. Nebenbei erfährt der Zuschauer etwas über die Mechanismen der Interessensvertreter, die in Berlin die Nähe zu Mächtigen und Entscheidern suchen, über Tausende hoch bezahlte Lobbyisten und Vertretern großer Firmen und Branchen.
Fazit
„Der LOBOist“ ist eine innovative und unterhaltsame, zuweilen ironische, Reportage, die unter anderem mit Animationselementen Informationen erfrischend vermittelt. Das ganze natürlich dominiert durch die unverwechselbare Persönlichkeit des Sascha Lobo.