Free TV Dokus

Das deutsche Fernsehprogramm muss sich immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert sehen, es würde viel zu wenig Anspruch bieten, es sei flach, oberflächlich und seicht. Solche Kritik ist nicht eben neu. Eigentlich wird das Fernsehen bereits seit seiner Einführung vom Schimpfen seiner Gegner begleitet und mit Begriffen wie Analphabeten- beziehungsweise Nullmedium überzogen. Letzterer geht auf Hans Magnus Enzenzberger zurück, der so über die von ihm empfundene Gegenstandslosigkeit des Fernsehens polemisierte.

Doch ist nicht an der Kritik etwas dran? Muss es dem Fernsehzuschauer nicht gerade im Verlauf der letzten Jahre so vorkommen, als würde sich das Niveau des Programms in einer Abwärtsspirale befinden? Insbesondere seit sich das Privatfernsehen auf seinen Siegeszug im Kampf um die Aufmerksamkeit der Zuschauer machte, erscheint es so, als verflache das Fernsehen zunehmend. Die kommerziellen Sender verweisen auf die Einschaltquote und darauf, eben mit den Sendungen vor allem Geld verdienen zu wollen, ja zu müssen. Daraus folgt eine ganz simple ökonomische Rechnung, die auf der einen Seite die Kosten und auf der anderen Seite die durch Werbung erzielten Einnahmen einer bestimmten Sendung gegenüberstellt. Gut recherchiertes Informations- und Bildungsfernsehen ist auf der einen Seite so kostenintensiv, dass es sich durch die anscheinend aber magere Quote andererseits nicht rechnen lässt. Und das öffentlich-rechtliche Fernsehen indes? Es versucht, so scheint es, den Kampf um Einschaltquoten aufzunehmen und folgt mehr und mehr der Logik der Privaten, sodass sich der Wert der Programme immer mehr angleicht, allerdings auf dem Niveau der privaten Sender.

Dokus und Doku Soaps im Fernsehprogramm

Doch ganz so schlimm ist es nicht, möchte man beruhigen. Die Lektüre der Fernsehzeitung ist Woche um Woche zu entnehmen, dass es immer wieder anspruchsvolle Beiträge im FreeTV gibt. Hier soll es vorrangig um Dokumentationen gehen. Gut gemachte Dokumentationen sind nicht nur nötig, damit die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ihrem Bildungsauftrag nachkommen, sondern können gleichsam, wenn sie ein interessantes Thema behandeln und ansprechend präsentiert werden, freilich auch in Zuschauergust und -quote erfolgreich sein. Denn der Zuschauer hat ganz bestimmt nichts dagegen, während des Fernsehens auch Wissen vermittelt zu bekommen.

Fernseh-Dokumentationen können ein wissenschaftliches Thema veranschaulichen, einen Einblicke in das Leben und die Zustände von Personen oder Institutionen geben, die einem ansonsten verborgen bliebe oder Ratschläge, Tipps und Lebenshilfe in Situationen des Alltags bieten. Hier wollen wir exemplarisch einmal drei Formate betrachten, sowohl aus dem kommerziellen, wie dem öffentlichen Fernsehen. Wir blicken auf die skrupellosen Machenschaften von Kreditabzockern, begleiten den RTL-Reporter Ralf Benkö durch seine Doku-Soap in Urlaubsgebiete und erfahren mehr über den Internetblogger Sascha Lobo in „Der LOBOist“.

Comments are closed.